Dez
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Schnell genervt sind Anwender, wenn der Computer wieder sehr langsam ist. Spätestens, wenn der User während des Hochfahrens des Rechners Zeit hat, sich einen Kaffee aufzusetzen, ist klar: der PC ist langsam.

Oft sind versteckte Programme oder überfüllte Festplatten das Problem des PCs und unnötiger Ballast, woran der Anwender oft selbst Schuld hat. Es gilt, zu entrümpeln oder Ordnung zu schaffen, wenn der Computer wieder schneller arbeiten soll. So verhält es sich auch beim nötigen Aufräumen der Wohnung.

Programme, die automatisch mit dem Betriebssystem starten, sind typische Systembremsen. Mediaplayer wie Quicktime oder WinAmp etwa hätten im Autostart-Ordner nichts zu suchen, während Virenscanner hier sinnvoll seien, so Markus Hermannsdorfer von der Münchener Computerzeitschrift “Chip”. Es empfiehlt sich, die meisten Programme erst dann zu aktivieren, wenn man sie tatsächlich braucht.

“Wenn zu viele Anwendungen beim Hochfahren des Rechners mitgeladen werden, verlängert sich der gesamte Vorgang”, sagt Thomas Baumgärtner von Microsoft in München. Die Autostart-Programme können mit der Windows-Anwendung “msconfig” überprüft werden. So können selten oder gar nicht benötigte Programme vom automatischen Starten befreit werden.

Wichtig zu wissen ist, dass längst nicht alle Programme sich per Symbol im Autostart-Ordner ablegen und so anzeigen, dass sie beim Start des Betriebssystems mitgeladen werden. Viele schreiben nur einen Wert in die Registry, welche die zentrale Datenbank des Betriebssystems ist. So wird diese unnötig aufgebläht. Gut geeignet zum Entfernen von unnötigen oder nicht verwendeten Programmen sei etwa der kostenlose “Crap Cleaner”. Auch andere Registry-Cleaner helfen, den PC aufzuräumen.

In der Systemsteuerung sind die Systemdienste zu überprüfen, das sei immer lohnenswert, weil sich auch hier der PC entschlacken lässt: “Nicht alle Dienste sind zur Anwendung unbedingt notwendig”, erklärt Ralf Härter, der als EDV-Dozent an der Volkshochschule in Düsseldorf tätig ist. Wenn diese dauerhaft deaktiviert werden, lässt sich so der Rechner von überflüssigen Rechenaufgaben entlasten. Ist man sich in der Bedeutung einer bestimmten Funktion unsicher, sollte man den Dienst nicht abschalten, da er wichtig sein könnte.

Defekte oder schlecht programmierte Hardware-Treiber sind eine weitere Systembremse: Wenn der Computer versucht, auf diese zuzugreifen, entstehen sogenannte Timeout-Prozesse, die mit Wartezeiten verbunden sind, so sagt Baumgärtner. “Sie bremsen nicht nur das System, sondern können Windows sogar abstürzen lassen”, erklärt Hermannsdorfer. Ein Treiber-Update schaffe hier Abhilfe und lässt sich im Windows-Gerätemanager ganz einfach und schnell per Mausklick durchführen.

Außerdem sollten nur zertifizierte Treiber verwendet werden, empfiehlt Hermannsdorfer. Zudem sei der Kauf der aktuellsten PC-Komponenten nicht immer sinnvoll, da die Treiber vielfach nur halbfertig mitgeliefert würden. “Eine brandneue Grafikkarte im älteren Rechner mache das System eher langsamer, da der Treiber den PC ausbremst.” Er empfiehlt den Kauf eines etwa ein Jahr alten Modells, das den Vorteil habe, preiswerter zu sein und die Behebung möglicher Probleme bereits hinter sich zu haben.

Die Arbeitsprozesse des Rechners verlangsamen kann auch eine stark fragmentierte Festplatte. “Bei Programm-Installationen speichert das Windows-Dateisystem die Daten der Anwendung in kleinen Fragmenten verteilt auf die Festplatte”, so Hermannsdorfer. Windows muss beim anschließenden Programmstart die Teilstücke auf der Festplatte suchen. “Je mehr Programme man installiert, desto länger dauert die Suche.”

Im Laufe der Zeit sammeln sich immer mehr Daten und Applikationen, z.B. in Form von Spielen oder Filmen, auf der Festplatte an. Gelegentlich sollten diese neu angeordnet, also defragmentiert, werden. Windows XP-Nutzer können dafür das integrierte Windows-Tool “defrag.exe” nutzen oder einen sogenannten Defraggler verwenden. Bei Windows Vista und Windows 7 arbeitet die Defragmentierung hingegen dauerhaft im Hintergrund. “Hier müssen sich Anwender um nichts mehr kümmern und brauchen auch keine zusätzlichen Tools mehr.”

Lohnenswert ist gegebenenfalls auch, den Computer aufzurüsten. So kann er beispielsweise um Arbeitsspeicher erweitert werden. Die größte Wirkung allerdings ist Härter zufolge immer noch ganz einfach zu erreichen: “Wer seine Festplatte aufräumt, erreicht eine Beschleunigung von 15 Prozent.”

Autor: J. Bleil

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