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Enteignungsfachmann Dr. Levin Holle wird auf Schlüsselposition im Finanzministerium berufen. Es wäre ein Frontalangriff auf die Spareinlagen von Millionen Deutscher und eine Zäsur in der Geschichte der Bunderepublik – mit ungeahnten Auswirkungen auf den sozialen und politischen Zusammenhalt des Landes.
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Wie das deutsche Börsenportal www.boersennews.de (540.000 Nutzer im Monat) erfuhr, wurde mit Dr. Levin Holle, ein möglicher Befürworter von Enteignungen von Spareinlagen zur Lösung der Euro-Schuldenkrise, ins Boot des Finanzministeriums geholt. Holle soll zukünftig die Abteilung Finanzmarktpolitik des Bundesfinanzministeriums leiten. Der studierte Jurist ist ein ehemaliger Topberater der Boston Consulting Group (BCG). Zuletzt leitete er als Senior Partner & Managing Director das Berliner BCG-Büro.
Pikant: Bei der BCG war Holle laut FTD für die Beratung der öffentlichen Hand zuständig. Erst im September diesen Jahres – also noch unter der Leitung Holles – war das Berliner BCG Büro mit der Studie vorgeprescht: Back to Mesopotamia (Zurück nach Mesopotamien), die eine Enteignung des privaten Sparvermögens als Lösung der Schuldenkrise vorschlägt! Offiziell genannter Autor der Studie war ein Berliner Kollege von Holle sowie ein Londoner BCG-Partner.
In der Studie schauen sich die Berater nicht nur die Schulden der europäischen Staaten an. Sie untersuchen ebenfalls die Schulden der privaten Haushalte und der Unternehmen (jedoch ohne die Unternehmen aus der Finanzbranche). So stellten sie fest, dass der Schuldenberg in Deutschland um mehr als 500 Milliarden Euro zu hoch ist – für die ganze Eurozone über 6 Billionen Euro.
Geht man von der Studie der BCG aus, müssen also rund 6 Billionen Euro gefunden werden, um die Finanzen in der Eurozone wieder auf ein erträgliches Niveau zu konsolidieren. Die BCG-Lösung: Die Besteuerung von privatem Sparvermögen mit einer Einmal-Steuer. Die privaten Vermögen in der Eurozone belaufen sich auf rund 18 Billionen Euro. Mit einer Wegbesteuerung von einem Drittel dieses Vermögens könnte man also diese Schuldenlücke von 6 Billionen Euro schließen. Für Deutschland würde dies eine Wegbesteuerung des privaten Finanzvermögens von 11 Prozent bedeuten. In den anderen Ländern wäre diese Quote natürlich ungleich höher. Griechische Sparguthaben müssten beispielsweise zu rund 50 Prozent wegbesteuert werden.
Fakt ist: Die Politik sucht immer noch verzweifelt nach einer Lösung der Schuldenkrise in Europa; ernsthaft erfolgsversprechende Lösungsansätze sind bisher nicht vorhanden. Sollte eine solche Aktion wirklich umgesetzt werden, so wäre im Vorfeld mit einer massiven Kapitalflucht Deutscher Sparer ins Ausland zu rechnen. Solche Ideen und Planspiele machen uns natürlich mehr als besorgt. Enteignung kann – wenn überhaupt – nur als Ultima Ratio in Frage kommen, vorher müssen buchstäblich alle Alternativen genutzt werden. Das ist in Deutschland bisher definitiv nicht erfolgt. Hierzu würde beispielsweise die Veräußerung von Staatseigentum (Unternehmensbeteiligungen, Immobilien etc.) gehören., so Sebastian Hahn, Leiter des Portals börsennews.de.
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Thomas Neubert M.A.
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